Herzlich willkommen in einem virtuellen Museum, das ganz den kleinen Welten gewidmet ist: antiken Puppenhäusern, Puppenstuben und Miniaturküchen, kunstvollen Kaufläden und stillen Miniaturgärten. Diese Sammlung führt durch rund fünfzig alte und liebevoll neu gestaltete Puppenhäuser mit vollständiger Einrichtung, etwa zwanzig historische Puppenstuben sowie eine begleitende Sammlung von rund einhundertfünfzig alten Puppen – online zugänglich für Liebhaber, Sammlerinnen und Sammler und alle, die das Staunen noch nicht verlernt haben.
Ein Puppenhaus ist mehr als Spielzeug. Es ist ein Spiegel seiner Zeit im kleinsten Maßstab – eine Momentaufnahme davon, wie Menschen einst wohnten, kochten und lebten. Der Schwerpunkt dieser Sammlung liegt auf Häusern aus der Zeit zwischen 1850 und 1940, jener Epoche, in der das bürgerliche Wohnen seine reichste Ausprägung fand und in der auch die Puppenhäuser zu wahren Gesamtkunstwerken wurden.
Beim Sammeln und Restaurieren greifen Herkunftsfragen und Handarbeit ineinander. Eine Notiz zur Erwerbung, eine lesbare Marke oder ein Vergleich mit Fachliteratur kann den Ausgangspunkt bilden; ein ähnlicher Möbelstil allein klärt die Herkunft noch nicht. Am Arbeitstisch stellt sich anschließend die Frage, was am Stück vorhanden ist und welche Veränderung überhaupt nötig erscheint. Sie können lose Teile zunächst ihrem Platz zuordnen, Abmessungen festhalten und eine geplante Ergänzung skizzieren, bevor Sie etwas befestigen. Ein Vergleich der Proportionen zeigt etwa, ob ein Stuhl zur Tischhöhe passt oder nur farblich gefällig wirkt. Auch eine sorgfältig begründete Entscheidung, ein fehlendes Detail vorerst offen zu lassen, gehört zu dieser Beschäftigung. Mehr über das Zusammenspiel von Nachforschen und feiner Handarbeit lesen Sie im begleitenden Beitrag. Vorherige Aufnahmen und kurze Arbeitsnotizen halten dabei fest, welche Teile bereits vorhanden waren und welche Sie später ergänzt haben.
Rundgang durch die Sammlung
Das Museum ist in Bereiche gegliedert, die Sie einzeln durchwandern können. Jeder Bereich versammelt eine eigene Gattung der Miniatur – vom vornehmen Herrenhaus bis zur winzigen Feinkosthandlung.
- Puppenhäuser – rund zwanzig namentlich geführte Häuser, von The Old Villa bis zum Frankfurter Stadthaus.
- Puppenstuben & Puppenküchen – die intimen Innenräume, in denen sich das häusliche Leben verdichtet.
- Prunkhäuser – die großen, repräsentativen Häuser der Sammlung.
- Kaufläden – Miniaturläden voller winziger Waren.
- Miniaturgärten und Schauobjekte – besondere Szenen und Einzelstücke.
- Antike Puppen – die Bewohnerinnen und Bewohner dieser kleinen Welten.
Kleine Häuser, große Geschichte
Die eigentliche Geschichte der Puppenhäuser ist rund dreihundert Jahre alt. Die frühesten kunstvollen Beispiele stammen aus Westeuropa; die berühmtesten frühen Häuser mit vollständigem Inventar sind bis heute in Nürnberg erhalten. Wer tiefer eintauchen möchte, findet in unserer Geschichte der Puppenhäuser einen ausführlichen Streifzug durch Jahrhunderte der Miniaturkunst – von den Grabbeigaben der Pharaonen über die niederländischen Kabinettschränke bis zur Blütezeit des viktorianischen Puppenhauses. Ein reicher Bestand solcher Stücke ist auch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu bewundern.
Ein Museum der Bewahrung
Viele der hier versammelten Häuser sind gerettete, restaurierte Stücke: alte Puppenhäuser, deren verlorene Innenausstattung mit großer Sorgfalt und, wo immer möglich, mit originalen Möbeln und Einzelteilen der jeweiligen Zeit wiederhergestellt wurde. Mehr über diese Arbeit und den Gedanken hinter der Sammlung lesen Sie im Bereich Das Museum. Wir wünschen Ihnen viel Freude auf Ihrem Rundgang durch die kleinen Welten.